Über den Autor:
 
 
 

 

 
 
Lenycas Zauberstab:
 

 

 
 
Lenyca stammt aus einer alten Reinblutfamilie aus den schottischen Highlands. Über das Elternhaus der inzwischen Siebzehnjährigen ist wenig bekannt, aber man weiß, dass sie sehr traditionell und konservativ erzogen wurde. Lenyca vereint die typischen Slytherineigenschaften Stolz, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, List und Kühlheit, ist aber auch als äußerst temperamentvoll und unberechenbar bekannt. Sie hat eine Neigung zu den Fächern Zaubereigeschichte und Zaubertränke, allerdings munkelt man, dass sie sich insgeheim auch mit den dunklen Künsten befasst. Ihre Freizeit verbringt sie häufig in der Bibliothek, wo sie schwarze Magie, das dunkle Mittelalter und gefährliche Tränke studiert. Gerüchten zufolge unterhält die Familie Ac-Sarr zudem enge Verbindungen zu schwarzmagischen Kreisen und zeitweise sogar zu Vampiren, wie tief sie jedoch in diese Machenschaften verstrickt sind, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Im Zauberei-ministerium kennt man Mr Leonard Ac-Sarr, Lenycas Vater, als geschäftstüchtigen und belesen Händler von Kunstgegenständen und Artefakten, dem bislang keine Gesetzesverstöße nachgewiesen werden konnten.
Lenycas größte Schwächen sind Feuer, ihr eigener Stolz und das Fach Verwandlung, in dem sie gnadenlos versagt. Auch innerhalb der Rumtreibergemeinschaft fühlt sie sich als Einzelgängerin - und ist froh darüber.
 
Lenyca besitzt einen Siamkater namens "Tam-Lin".
 

Lenycas Patronus ist ein Kolkrabe.

 

 

 

Irrwicht:
Lenycas Irrwicht würde sich wohl in eine Bestie aus Dämonsfeuer verwandeln.
 
 

 


 

 

 

(Lenyca besitzt noch kein Tagebuchschloss und kann daher noch keine geheimen Beiträge verfassen.)
 
 
 
 
 
Lenycas ungeschützte Einträge:
 
 
 

 

Erster Eintrag:

Ich weiß nicht, was Dad sich dabei gedacht. Schenkt mir ein Tagebuch. Das ist doch was für Kinder. Aber was soll's, manchmal hilft es ja vielleicht beim Nachdenken. Keine Ahnung, ob ich viel hineinschreibe. Irgendwann ist es vielleicht mal lustig, das alles nachzulesen, was man hier so erlebt. Vielleicht bin ich dann froh darüber, dass ich Tagebuch geführt habe. Ich werde es einfach mal ausprobieren.

 


 

Seltsame Bande

Das sind sie wirklich. Oder wir. Wahrscheinlich zählen sie mich mit dazu. Aber ich kann mich mit keinem so wirklich vergleichen. Auch nicht mit Zehir. Werwolf. Naja. Und seine Manieren lassen auch zu wünschen übrig. Immer will er in den Wald und sich im Dreck wälzen oder mit irgendwelchem Viehzeugs um die Wette laufen. Er ist nicht wie die anderen Werwölfe, von denen ich gehört habe. Benimmt sich eher, als wäre das ein riesen Spaß und damit es interessant wird, haucht er dem ganzen noch Dramatik ein. Eigentlich ist Zehir ja in Ordnung, aber er vergisst halt gern, dass die meisten Zauberer das nicht cool finden. 'Wandler' sagt er immer. Auf den Straßen fällt dieses Wort gar nicht. Da sinds einfach nur Werwölfe und keiner will was damit zu tun haben. Zehir wird sich ganz schön umgucken nach der Schule, wenn er nen Job sucht oder so. Da wird man über dieses Romantikgerede lachen und die Nase rümpfen. So gesehen schade, er hat ja doch einiges auf dem Kasten.
Und die anderen? Naja...Ein paar Mädels sind ein bisschen aufgedreht. Wenn Alice weiter alles anfassen will, was ihr über den Weg läuft, hex ich ihr die Hände auf den Rücken. Wie kann man denn Wassermenschen schön finden? Denen wächst Unkraut aus der Nase und aus den Ohren. Und wirklich aufpassen tun sie alle nicht. Wieso wollen die immer alle in den Wald und Abenteuer erleben? Und am schlimmsten ist dieser Tom mit seinen Spinnen. Krabbelviecher. Können die nicht einfach mal alle die Füße still halten? Mag ja manchmal ganz unterhaltsam sein, mit denen rumzuhängen, aber irgendwie haben die alle irgendein Problem mit sich oder mit Regeln oder mit gutem Benehmen. Nicht so mein Fall. Ich frag mich, warum ich immer wieder bei dieser Bande lande. Aber immer noch besser, als daheim zu sitzen und zu verstauben.
 
 

 

Wozu das alles?

Irgendjemand meinte, er würde in seinem Tagebuch über den Patronus schreiben. Und andere über ihren Zauberstab. Und lauter solche unwichtigen Sachen. Wozu denn? Ich weiß das doch alles und ein anderer muss das nicht lesen. Soll es auch nicht. Soll ich etwa schreiben: Juhu, ich habe endlich meinen Patronus und es ist ein Kolkrabe! Als ob das wichtig wäre. Es hat mich eher gewundert, dass ich den Zauber überhaupt hingekriegt habe. Und was hätte es denn sonst für ein Tier sein sollen? Ein Kaninchen vielleicht? Oder ein Känguru? Natürlich ist es ein Rabe. Daheim gibt es bei uns viele Raben. Es heißt, es wären Todesboten, aber das ist natürlich Unsinn. Aber Raben sind schlau. Vielleicht mögen sie ja den Tod, keine Ahnung. Aber sie bringen ihn doch nicht. Das sind alles Märchen.
Und mein Zauberstab? Na gut, das war eigentlich auch keine Überraschung. Einhorn war ja wohl nicht zu erwarten. Und ich habs auch nicht so mit Feuer. Drache ist schon ok. Der geht wenigstens nicht komplett in Flammen auf. Aber das Holz gefällt mir. Tollkirsche. Erinnert mich daran, dass ich meinen Belladonnavorrat wieder aufstocken muss. Das würde Dad gefallen, wenn er wüsste, dass ich einen Tollkirschenstab habe. Aber wozu soll ich es ihm sagen? Wen außer mich selbst interessiert denn schon mein Zauberstab, genauso wie mein Patronus. Es ist eigentlich unsinnig, das überhaupt alles aufzuschreiben. Ich frage mich, warum ich meine Zeit dafür verschwende....
 
 

 
 

Von wegen Ferien

Was hat er sich dabei nur wieder gedacht? Irgendwann übe ich an Zehir Flüche oder teste meine Gift an ihm. Einladung ins Chateau seiner Eltern in den Herbstferien. Klang ja ganz nett. Auf den ersten Blick. Und fing ja auch ganz gut an. Die Statuen im Garten waren wirklich nicht übel und der Friedhof und alles hat mir auch gut gefallen. Hab tatsächlich kurz dran gedacht, da mal Urlaub zu machen. Aber dann....  das Abendessen. Abendgarderobe!!!! Der hat sie doch nicht alle! Zehir weiß genau, wie sehr ich es hasse, mich rauszuputzen. Irgendwer hat sogar heimlich ein Bild von mir gemacht. Ich klebs mal hier rein, damit es sonst keinem in die Hände fällt.
Das war doch nun wirklich nicht nötig. Ich meine, normale Sachen hätten es doch auch getan. Es war ja nur ein ganz normales Abendessen, sogar in nem Nebenraum. Die Mädels fanden es wohl toll, sich so in Schale zu schmeißen, aber mein Ding ist das wirklich nicht. Ständig bleibt man irgendwo hängen mit dem blöden Stoff.
Aber das war ja noch nicht mal das Schlimmste. Dann zerrt er uns auch noch in diese... wie  hieß es noch gleich? Ach ja, Wandlerbar. Das war die pure Hölle. Lauter verzogene Jugendliche und dann auch noch dieses gräßliche Geschepper, das wohl sowas wie Musik sein soll. Hat mich eher an ein Geisterorchester erinnert. Und überall Werwölfe. Werwölfe, Werwölfe. Und ich mitten drin. Von wegen "exquisite Gäste". Das war nichts anderes als der Treffpunkt für Leute, die sich im Untergrund bewegen. Ich sag ja nicht, dass ich diese Werwolfsausgrenzung gut finde. Zehir ist ja zeitweise auch ganz brauchbar. Aber verherrlichen muss man das ja nun wirklich nicht. Und mich mit meiner Abstammung da reinzuziehen, ist sowieso das Letzte. Wenigstens war der Wein gut.
Den Gipfel der Geschmacklosigkeit hat er sich dann aber für die Nacht aufgehoben. War wohl doch ein bisschen viel Wein, ich wollte einfach nur schlafen und ... na, egal. Und dann kam dann dieser Heidenlärm. So viel zum Thema Gastfreundschaft. Und alle haben von diesem spukenden, kopflosen Werwolf geredet. Konnte gar nicht richtig drüber nachdenken, mir hat sich noch alles gedreht. Plötzlich sind dann alle rausgerannt und ich konnte gar nicht anders, als hinterher zu laufen. Draußen war's dunkel und ich hab alles noch ein bisschen verschwommen gesehen, aber so
ganz wohl war mir dann doch nicht. Das ganze hatte was von nem Showdown in ner guten Gruselstory. Und dann? Fängt der Idiot das Lachen an!!! Und als hätte das nicht gereicht, taucht auch noch seine Mutter auf. Die mag ja wirklich nett sein, aber in diesem Moment... ich war so wütend! Er wollte sich nur über uns lustig machen und den Mädels Angst einjagen. Lacht mich sogar aus, weil ichs nicht gleich durchschaut habe. Von wegen Spuk und so. Aber das zahl ich ihm noch heim! So schnell vergesse ich das nicht! Weder das mit dem Kleid, noch diese scheußliche Bar noch diese dämliche Spukgeschichte! Ferien... pah, von wegen....
 
 

 

Wer braucht schon Freunde?
 
Irgendwie benehmen die sich alle merkwürdig. Umarmen sich ständig und solche Sachen. Die anderen Rumtreiber. Ich mag sowas nicht. Die reden immer von Freundschaft und Schlimmerem. Was sind denn schon Freunde? Leute, mit denen man sich gut versteht? Das reicht doch nicht. Ich hab mal drüber nachgedacht, ob es hier jemanden gibt, den ich einen 'Freund' nennen würde. Nein, eher nicht. Zehir, vielleicht, wenn er mich nicht grade in Werwolfbars schleift und sich Scherze auf unsere Kosten erlaubt oder im Wald Hasen abnagt oder sich sonst irgendwie daneben benimmt. Aber ne wirkliche Freundschaft ist das auch nicht. Ne Zweckgemeinschaft eher. Es heißt ja angeblich, dass man mit Freunden über alles reden kann. Mit wem sollte ich denn hier über irgendwas reden? Und worüber?
Am schlimmsten ist es, wenn sie auch noch anfangen, miteinander 'zu gehen', wie es so schön heißt. Überall in Hogwarts rennen diese furchtbar lästigen Pärchen herum, die sich irgendwelchen Unsinn zusäuseln und von großer Liebe reden. Wie im Kindergarten. Dad sagt immer, man muss niemanden mögen. Und man muss auch nicht gemocht werden. Man muss zurecht kommen. Na, wenigstens in dem Punkt hat er recht. Ich bin gern allein und das Nervigste ist, dass mir das keiner glaubt. Die meinen, sie tun mir nen Gefallen, wenn sie mich umarmen wollen oder so. Ich brauch das alles nicht. Und ich wills auch nicht. Und ich will auch nicht, dass man mich begafft, so wie in dem Chateau mit dem Kleid. Die sollen mich einfach nur in Ruhe lassen.
Aberforth ist ein bisschen anders. Der hört zu. Aber wenn ich ihm etwas sagen will, dann versucht er, mich zu erziehen. Aber wenigstens kennt er die Welt und das Leben und denkt nicht nur daran, was er zu einem Fest anziehen will oder wie er sich vor Hausaufgaben drücken kann. Schade, dass er nicht da ist. Das, was man so hört, klingt nicht gut. Aber ich kann ja schlecht einfach losrennen und ihn suchen. Das wäre kindisch und albern. Ab kann schon auf sich aufpassen. Trotzdem hab ich kein gutes Gefühl bei der Sache....
 
 

 
 
Wirre Gedanken
 
Es ist schon ewig her. Aberforth hatte mich bei etwas erwischt, das ihn zur Weißglut getrieben hat. Wohl nicht zu Unrecht. Ich glaube, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so eine Standpauke bekommen. Und irgendwie war ich nicht mal wütend auf ihn. Weiß nicht, warum ich gerade jetzt daran denken muss.
Und vor einigen Monaten hat er mir sogar richtig aus der Klemme geholfen. Ich hatte niemanden, zu dem ich hätte gehen können. Und niemanden, zu dem ich hätte gehen wollen. Aber er war einfach da. Es war Zufall, dass ich gerade an ihn geraten bin in dem Moment, aber im Nachhinein war das wohl der beste Zufall überhaupt. Hätte sonst böse enden können. Ab weiß über mich mehr als sonst irgendjemand in der Schule oder auch außerhalb. Ich glaube, er kennt mich sogar besser als Dad. Nicht so lang, aber auf eine andere Art. Aber wahrscheinlich langweilen wir ihn alle. Er hats nicht so mit Schülern, heißt es immer. Irgendwie glaube ich, dass das nicht stimmt. Vielleicht hat er in seiner eigenen Jugend zu viel verpasst. 
Ich fand es immer nett, spätabends heimlich rauszuschleichen und im Eberkopf vorbeizuschauen. Aber jetzt ist keiner dort.  .... Ich sollte wirklich nicht über so etwas nachdenken. Wahrscheinlich werd ich langsam verrückt, weil ich von lauter überdrehten Rumtreibern umgeben bin.
 
 

 

Manchmal...
 
Manchmal male ich ganz gern. Das weiß niemand und das muss auch niemand wissen. Ich mache das nur, wenn ich allein bin. Und ich male nur Dinge, die ich mag. Oder die es wert sind. Es ist besser, wenn ich das niemandem zeige. Vielleicht ist dafür das Tagebuch gut. Es ist eine Art, Erinnerungen festzuhalten.
Die Erinnerung an mein Zuhause ist es vielleicht wert. Es ist schön dort, wenn man von den vielen Dingen absieht, die mich dazu gebracht haben, nach Hogwarts zu gehen, obwohl das nie vorgesehen war. Ich mag unser Haus, auch wenn es den meisten zu protzig erscheint, aber ich bin es nicht anders gewohnt. Und ich mag die Highlands und die Stille und die Kiefernwälder und alles drumherum. Und manchmal verabscheue ich es. Vor allem, wenn wir nicht allein dort sind. Wenn ich unser Haus male, denke ich an beides. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es wirklich mag, aber es ist wichtig. Es ist ein Teil meines Lebens und es wird noch ein viel größerer Teil werden, wenn ich die Schule  irgendwann beendet habe. Und eines Tages sehne ich mich vielleicht sogar dorthin zurück. Dorthin
 
oder nach Hogwarts. Oder beides. Es wäre gelogen zu behaupten, dass ich mein Zuhause nicht mag. Manches ist dort einfacher als hier. Vieles. Anderes ist schwerer. Wenn ich dieses Bild ansehe, versuche ich, an das Schöne zu denken. Die Dinge, die es wert sind.
 
 

 

Callahan

In letzter Zeit wird mir alles zuviel. Vor ein paar Tagen sind die anderen einfach nur spazierengegangen und nicht mal da wollte ich mit. Ich möchte mich nicht unterhalten oder herumalbern und wenn ein Hogsmeade-Wochenende ansteht, gehe ich nur noch mit, wenn ich irgendetwas aus den Läden brauche. Natürlich möchte ich wissen, was mit Aberforth los ist, aber uns erzählt man sowieso nichts. Wir werden warten müssen, bis er sich von selbst meldet.
Naja, und dann war da noch die Sache mit Callahan. Ich hatte mich in einen Arbeitsraum im Kerkertrakt zurückgezogen, um meine Trankzutaten zu portionieren. Eigentlich hasse ich es, wenn man mich dabei stört. Nicht nur eigentlich. Da kam dieser Callahan plötzlich reingestürmt. Hat irgendwas erzählt, dass er einen Trank gebraut hätte, der anscheinend misslungen sei und dass es ihm nicht gut ginge. Hat man auch gesehen. Dieser Spinner. Ist sowieso nicht so gut in Zaubertränke und dann klaut er ein illegales Rezept aus der Verbotenen Abteilung und probiert es an sich selbst aus. Und dann fällt ihm nichts Besseres ein, als ausgerechnet zu mir zu kommen. Zu Slughorn oder in den Krankenflügel hat er sich wohl nicht getraut und ganz abgesehen davon waren weder Sluggy noch Pomfrey überhaupt in der Schule. Irgendne Privatfeier in den Drei Besen, glaube ich. Aber ich hätte nicht gedacht, dass er mit so einem Problem wirklich zu mir kommt. War auch ne heikle Angelegenheit, ich hatte ja nicht mal Zeit, in Ruhe ein Gegenmittel nachzuschlagen. Am Ende ging alles gut und Callahan hat sich vor Dank kaum noch eingekriegt. Manchmal ist er nicht mal so verkehrt. Und dann wieder... Hin und wieder sagt er seltsame Dinge. Oder macht irgendeinen Unsinn, der uns allen Ärger einbringt.  Ich glaube nicht, dass das seine Absicht ist, aber danach fragt am Ende sowieso keiner. Meinetwegen kann er mit mir und den anderen rumhängen, ich hab Zehir versprochen, dass ich Callahan nur noch an den Kragen gehe, wenn er es echt übertreibt. Trotzdem möchte ich am liebsten einfach vor allen meine Ruhe haben und mir nicht ständig den Kopf darüber zerbrechen, wie man diese Bande von Schwierigkeiten fernhält.
 
 

 

Allein weggehen

Ich frage mich, ob früher alles besser war. Nein, eher nicht. Es gab andere Leute, mit denen wir rumgehangen waren. Nicht besser und nicht schlechter. Aber früher haben sie wenigstens nicht versucht, sich aneinander ranzumachen. Da gings um ganz andere Dinge und irgendwie hatten wir mehr Spaß. Da konnte man auch noch mit Zehir reden. Früher sind wir in den Eberkopf gegangen und Ab hat uns auf dem Laufenden gehalten oder uns runtergeputzt, je nachdem, in welcher Stimmung er war. Und jetzt? Ab ist nicht da. Draußen schwirren Umbridge und Greyback rum, aber keinen interessierts. Es geht nur darum, wer mit wem zusammen ist oder sein möchte und was der eine über den anderen denkt und was man zum nächsten Fest anzieht. So wie sie alle reden, könnte man sogar meinen, sie lesen heimlich gegenseitig ihre Tagebücher. Und wenn sie das hier lesen? Mir egal. Ich hab nichts zu verbergen. Vielleicht geh ich nicht mal mit, wenn sie das nächste Mal nachts abhauen oder sonstwas planen. Am Ende wollen sie nochmal zum See und Alice kriegt dann wieder ihren Wassermenschenkoller. Ne, das brauch ich nicht. Ich glaube, da bleibe ich wirklich besser in der Schule. Klar, die werden denken, ich hätte Angst. Ausgerechnet ich. Aber ich überlege, ob ich allein weggehen soll. Vielleicht am Wochenende. Es kann ja sein, dass es im Eberkopf Anhaltspunkte gibt, wo Ab hinverschwunden ist. Immerhin haben wir noch den Geheimgang in sein Hinterzimmer. Oder ich könnte Nordolf ausspähen. Er hat sich immer gut mit Ab verstanden. Mir würde er nie was erzählen, wir können einfach nicht miteinander. Aber vielleicht trifft er sich noch heimlich mit Ab. Und ich will wissen, was es mit diesem Zettel auf sich hat, den sie im Hinterland gefunden haben. Das ist wichtiger als dieses ewige Partnerwechseln und sich an Jungs oder Mädels ranzuschmeißen. Aber ich erwarte nicht, dass das jemand versteht... Ich weiß nicht mal, ob Zehir überhaupt über sowas nachdenkt? Er ist wirklich anders geworden....

 


 

Halloween

Gestern war Halloween. Große Party in der Großen Halle. Ich wollte gar nicht erst hin. Endlich mal ein Abend Ruhe. Es war niemand im Gemeinschaftraum, ich konnte lesen und niemand hat mich gestört. Habe heute erfahren, dass die anderen natürlich nicht auf dem Fest waren, sondern schon wieder in irgendeinen Ärger reingerutscht sind. Waren wohl im Moor und jetzt erzählen sie lauter wirres Zeug von irgendwelchen Geistern und Schatten und eine Stimme, die ständig zu ihnen gesprochen hat. Merlin sei Dank, dass ich mich diesmal raugehalten habe. Aber Zehir meinte, das Ganze sei wohl ein Scherz von Ab gewesen. Er hat mir die Notiz gezeigt und darin steht, dass Ab bald zurückkommt. Das war endlich eine gute Nachricht. Ich werde wohl in den nächsten Tagen ab und zu mal heimlich nachts zum Eberkopf schleichen und sehen, ob er da ist. Braucht ja niemand zu wissen. Habe hier ein Bild von Ab. Das habe ich schon vor Ewigkeiten gemalt und irgendjemand hat es sogar mit einer schlichten Geminisierung verdoppelt und an die Pinnwand gehängt. Aber ich finde, es passt ganz gut an diese Stelle hier....
 

 


 

Vlad

Vlad war ein Geschenk. Ich hatte Dad vor ein paar Jahren auf einer Osteuropareise begleitet, in den Sommerferien. Irgendwelche Treffen und Versammlungen mit Geschäftsfreunden. So nannte er es. Aber es gab überall viel zu sehen, also bin ich mitgefahren. Wir waren in der Nähe der Burg Čachtice in den slowakischen Karpaten und da kam uns auf der Straße diese Frau entgegen. Mit einem halben Dutzend Raben, die um sie herum kreisten. Es war ein merkwürdiger Anblick. Einer der Raben kam zu mir und sie meinte, er habe mich ausgesucht. Wahrscheinlich hohles Geschwätz, um Kunden an Land zu ziehen. Aber den Raben mochte ich. Also hat Dad ihn gekauft. Warum sie ihn ausgerechnet Vlad genannt hat, weiss ich nicht, aber der Name ist schon ok.
Vlad ist genauso zuverlässig wie eine Eule, aber nicht ganz so auffällig, wenn er am Tag unterwegs ist. Ich hätte ihn auch mit nach Hogwarts nehmen können, aber ich glaube, er hätte sich hier nicht wohlgefühlt zwischen all den Eulen. Aber manchmal besucht er mich. Es ist ja nicht so weit nach Hause. Wenn die anderen Schüler das sehen, schütteln sie immer den Kopf. Raben haben einen schlechten Ruf, weil man ihnen nachsagt, sie seien Todesboten. Das ist einfach nur Unsinn. Und Vlad ist auch nicht böse. Er hat nur seinen eigenen Kopf und mag seine Freiheit. Vielleicht ist er deshalb bei mir. Weil er manchmal ein bisschen ist wie ich.
 

 


 

Tam-Lin

Vielleicht verändere ich mich doch mehr als mir bewusst ist....
Eigentlich wollte ich kein Haustier. Wenn ich zuhause bin, habe ich Vlad und das reicht völlig. Aber jetzt hat die Menagerie geöffnet und wir haben uns den Laden beim letzten Hogsmeadeausflug angesehen. Und dann war da dieser Kater. Er war ganz ruhig, nicht wie die anderen Katzen. Hat uns nur angestarrt, nicht geschrien oder so. Und wollte auch nicht gestreichelt werden. Irgendwie hat er mir gefallen. Natürlich hab ich das niemandem gesagt. Lenyca und Katzen... das passt einfach nicht. Sie hätten sich über mich lustig gemacht, wenn ich mir ein Kuscheltier zulege. Ich bin dann aber nochmal allein ins Dorf. Die Verkäuferin meinte, er mag keine Menschen und will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Wenn man das akzeptiert und ihm nicht zu nahe rückt, könnte es sein, dass er anfängt, einen Menschen als Besitzer zu akzeptieren. Was dann in mich gefahren ist, weiss ich nicht, auf jeden Fall hab ich ihn gekauft. Lässt sich schwer sagen, was er davon gehalten hat, aber ich glaube, in der Menagerie hat er sich nicht besonders wohlgefühlt. Zumindest hat er sich nicht beklagt, als ich ihn ins Schloss gebracht habe und er hat auch nicht versucht, wegzulaufen.
Als ich klein war, hat Dad mir manchmal Märchen erzählt. Nicht nur magische Märchen, sondern auch die, die Muggel sich bei uns Zuhause erzählen. Und eines dieser Märchen war die Geschichte von "Tam-Lin". Hüter des Waldes. Eine kitschige Geschichte, die sich Muggel über verzauberte Feenprinzen ausgedacht haben. Aber der Name hat mir immer gut gefallen. Er passt zu dem Kater, finde ich. Auch wenn ich es nicht erklären. kann. Jetzt sitzt er in meinem Schlafsaal in seinem Korb und schaut mich einfach nur an, während ich das hier schreibe. Ich habe ihn seit zwei Tagen und inzwischen hat er sich wohl einigermaßen eingewöhnt. Manchmal geht er jagen, aber die meiste Zeit liegt er auf meinem Schrank oder sitzt in seinem Korb und beobachtet alles. Ich glaube, es war eine gute Entscheidung, ihn mitzunehmen.
 
Ach ja....
Ab ist wieder da. Hat sich erstmal ne Rangelei mit Greyback im Honigtopf geliefert und ist uns dann im Geheimgang in die Arme gelaufen. Ich bin froh, dass es ihm soweit gut geht, auch wenn er etwas mitgenommen ausgesehen hat. Er wollte noch in den Eberkopf schauen und vielleicht sogar wieder dort bleiben, aber ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist. Hoffentlich lassen Umbridge und Greyback ihn dort in Ruhe.

 


 

Ende gut, nichts ist gut

In der letzten Zeit hätte es viel gegeben, über das ich hätte schreiben können. Und Zeit hatte ich auch. Aber wozu? Es hätte Ab nicht geholfen und keinem von uns. Und ich hätte noch mehr nachgedacht.
Jetzt ist alles vorbei und jetzt fällt es mir leichter, es in Worte zu fassen. Oder auch nicht. Was im Hinterland von Hogsmeade und im Alten Nebelhaus passiert ist, würde ich lieber aus meinem Gedächtnis streichen. Ab ist wohlauf und das ist das Wichtigste. Aber Umbridge und Greyback sind immer noch da draußen und auch wenn der Minister versprochen hat, sie aufzuspüren... Ich glaube einfach nicht, dass das Letzte war, was wir von ihr gehört oder gesehen haben. Als sie Ab gefoltert hat, war ich mir zum ersten Mal sicher, dass ich den Avada Kedavra auch gegen einen Menschen richten und ihn so meinen kann, dass er wirkt. Leider hatte ich nicht die Chance.
Tja, und Zehir ist seinem Erzfeind an die Gurgel gegangen. Hat sich ganz brauchbar geschlagen, unser Wölfchen. Aber aus irgendeinem Grunde ist mir Greyback fast egal - im Vergleich zu Umbridge. Er ist, was er ist und ich glaube, es ist bereits zu spät für ihn. Er hat keine Wahl mehr, welcher Seite er sich anschließt und was er aus seinem Leben macht. Er hat sich eben für den Werwolf entschieden und nicht für den Mensch. Nein, er tut mir nicht leid. Aber ich kann einfach keinen so tiefen Hass für ihn empinden, wie viele andere. Das behalte ich aber besser für mich.
Die Sache mit den Dementoren beunruhigt mich eigentlich mehr als ein freilaufender Greyback. Gut, wahrscheinlich sorgen die Auroren und ein paar andere Leute dafür, dass sie aus der Hogsmeade-Gegend verschwinden. Aber es gibt sie. Und es waren nur drei und wir waren so viele und trotzdem hätten sie uns fast gekriegt. Alle Welt hat Panik vor Werwölfen oder Vampiren oder Todessern... Aber ein Dementor ist mehr. Ich weiß nicht, ob man ihn "böse" nennen kann, wenn er doch durch seine Natur zu seinem Verhalten bestimmt ist. Er kann nicht anders. Und gerade das... ist das Beunruhigende. Es gibt kein Gewissen. Keine Strafe. Keinen Schutz. Die Dementoren werden immer da sein und man wird sie nie bändigen können.
Genug gejammert. Wer weiß, was als nächstes auf uns wartet.